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Der kleine Businessknigge für Zoom, Skype und Co

In Zeiten von Corona, dreht sich die Welt noch ein bisschen schneller.....

Über Nacht ist es Realität geworden.

Auf einmal gelten Video-Calls und -Konferenzen als unser Kommunikationsmittel schlechthin. Und schon nach wenigen Tagen ist es fast selbstverständlich, dass wir so mit lieben Freunden und Familie, aber auch mit Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden in Verbindung bleiben können.

Wenn wir in den virtuellen Konferenzraum treten, erwarten uns neben den technischen auch noch ein paar weitere Herausforderungen.

 

Denn:

„Wir können nicht nicht kommunizieren“ (sagte schon Watzlawik)

Denke daran, dass Du Dich nicht mehr als „ganze“ Person präsentierst, sondern wie auf einem Bewerbungsfoto, nur mit dem Oberkörper. Das heißt, Dein Gegenüber sieht nur diesen kleinen Ausschnitt, der die ganze Botschaft Deiner Persönlichkeit transportiert.

Jetzt kann man denken, ja und?

Den Scherz machen viele: Sich oben herum passend anzuziehen und unten herum in der Flodderhose am PC zu sitzen… das werden vielleicht auch einige tun.

Das mag auch erst einmal eine sehr witzige Vorstellung sein. Aber es beeinflusst uns im Unterbewusstsein wie klar, deutlich und professionell unsere Botschaft bei unserem Gegenüber ankommen wird!

Deshalb kleide Dich so, als ob Du einen ganz normalen Kundentermin hättest.

Darüber hinaus möchte ich Dich für ein paar Themengebiete im Zusammenhang mit Videocalls sensibilisieren. Themen, die man selbst vielleicht gar nicht so wahr nimmt, weil man froh ist, dass die Technik überhaupt funktioniert.

 

1. Kleidung:

Genau, wie im richtigen Leben, sollte die Kleidung, die wir bei einer Videokonferenz oder einem Videocall tragen, dem entsprechen, was wir normalerweise „draußen“ auch bei solchen Anlässen anziehen würden. Sie sollte zu uns passen, sie sollte passen, uns unterstützen und uns nicht verkleiden.

Schwarz und weiß sind schwierige Farben, da die Kamera Kontraste verstärkt und innerhalb des Kleidungsstücks die Kontur verschlucken kann. D.h. je nach Ausleuchtung kann ein schwarzer Blazer wie ein schwarzer Farbfleck wirken. Auch weiße Kleidung vor einem weißen Hintergrund kann eine ähnliche Wirkung erzielen.

Abgesehen davon wirken Schwarz und Weiß bei den meisten Menschen eher sehr hart. Vor der Kamera darf die Farbe ruhig etwas kräftiger sein, da auch der Bildschirm Farbe schluckt. Dunkelblau hat sich als gute Alternative zu schwarz bewährt und steht auch den meisten Hauttypen, ohne sie zu blass wirken zu lassen. Auch hier gilt: ein dunkleres Kleidungsstück mit einem helleren Hemd, Shirt oder Bluse darunter, zeigt mehr Präsenz. Je näher sich z. B. ein Blazer farblich an das Hemd angleicht, desto weniger wird das Outfit wahrgenommen und die Person erscheint weniger präsent. Farbkontraste machen ein Outfit lebendiger und interessanter. Aber da bitte auch etwas vorsichtig sein, denn am Ende des Tages sollst Du ja auch noch wahrgenommen werden.

Frauen sollten auf ihr Ausschnittende achten. Der sollte noch etwas zu sehen sein, da sonst der Eindruck entsteht, dass dieser sehr tief sei. Auch hier kann das Gegenüber schnell abgelenkt werden.

Männer sollten bei ihren Hemden auf einen gut ausbalancierten Sitz achten.

Und bitte nicht vergessen das Hemd zu bügeln.

Blazer und Sakko schieben sich oft hoch und es kann eine unschöne Nackenfalte entstehen. Die Schulterpartie kann nach rechts oder links rutschen und lässt Dich schief aussehen. Dann lass besser das Sakko weg, streich es glatt oder setz Dich drauf, falls es lang genug sein sollte.

Bunte Tücher und Schals können sehr raumeinnehmend wirken. Auch hier gilt: besser weniger als mehr.

 

Muster: Unifarbene Stoffe strahlen einfach mehr Ruhe aus. Mit Stoffen, wie Pepita, Glencheck, kleine Karos und schmale Fischgrate erzeugst Du beim Deinem Gegenüber Unruhe. Auch große Muster sind in der Regel nicht sehr vorteilhaft, da Sie dich überstrahlen und in den Vordergrund treten können. Glänzende Materialien wie Satinseide (gilt eher für die Frauen unter uns) können je nach Einfall das Licht reflektieren.

 

 

2. Haare / Schmuck/ Make up:

Durch den geringen Ausschnitt des Bildes tritt natürlich das Thema Haare (Frisur) in den Fokus: Und mal ehrlich. Möchtest Du wissen, wie die Haare Deines Geschäftspartners direkt nach dem Aufstehen aussehen?

Frisch gewaschene und gestylte Haare und eine gut sitzende Frisur runden das Gesamtbild ab (aber Vorsicht: bei Haargel – eventueller Glanz kann die Haare fettig erscheinen lassen). Schmuck solltest Du vorsichtig einsetzen, denn große Metallflächen können reflektieren. Und große bewegliche Ohrringe können beim Tragen von Kopfhörern unnötige Geräusche verursachen.

 

Make up: bei den Damen: Die Kamera schluckt viel Licht und lässt Dich eher blasser erscheinen. Haut-Unebenheiten sind meistens auch besser erkennbar. Deshalb benutze eine leichte Grundierung um Dein Hautbild ebenmäßiger erscheinen zu lassen. Wimperntusche, Rouge und Lippenstift lassen das Gesicht frischer aussehen!

Aber auch die Männer können einen transparenten Puder (es gibt im Handel auch Pudertücher) verwenden, um gerade die Stirn, Nase, Kinn und die etwaigen Geheimratsecken etwas weniger in der Kamera glänzen zu lassen.

 

3. Hintergrund / Bestuhlung:

Für mich ein sehr wichtiger Faktor, denn ich gehöre zu den Personen, die sich schnell ablenken lassen. Kameras haben einen relativ großen Sichtbereich und zeigen Dinge aus deinem Privatleben, die dein Gegenüber ablenken und unaufmerksam erscheinen lassen.

Auch wenn Pinnwände, Bücherregale, Pflanzen und ähnliches die Szenerie vielleicht etwas „wohnlicher“ gestalten, solltest Du nach dem Credo: weniger ist mehr handeln. Von daher empfehle ich dir, eher einen schlichten Hintergrund auszuwählen.

Probiere unterschiedliche Positionen bei dir zu Hause oder im Office aus. Manche Bürostühle erinnern durch Ihre hohe Rückenlehne an einen Thron und können somit auch etwas fremd auf Dein Gegenüber wirken. Lass dir Feedback von Freunden geben.

 

4. Positionierung der Kamera:

Du solltest unbedingt mit der Kamera auf Augenhöhe sein. Sonst schaut man dir von unten auf dein Gesicht was nicht besonders vorteilhaft wirkt.

Probiere das unbedingt vorher aus, damit du nicht unmittelbar vor Beginn noch große Umbaumaßnahmen ergreifen musst. Schalte die Kamera auch erst zu Beginn des Meetings wirklich an!

 

5. Licht:

Spielt ebenfalls eine große Rolle. Eine Lichtquelle von unten kann Dich überstrahlen und blendet vielleicht die Kameralinse. Deckenlampen können Schatten und Augenränder betonen. Mit mehreren Lampen erzeugt man das beste Licht. Probiere das mit einem passenden Hintergrund aus. Du wirst sehen, was das für eine große Rolle spielt!

 

Ich hoffe, für Dich ist der ein oder andere Tipp dabei und Du kannst ihn gleich beim nächsten Video Call umsetzen.

Und wenn Du weiterhin mit Informationen zu meinen Events, Tipps und Informationen zu Deinem persönlichen Stil und Deinem ersten Eindruck haben möchtest, dann melde Dich doch bei meinem Newsletter am Ende dieses Blogs an.

Ich wünsche Dir, dass Deine zukünftigen Videokonferenzen ein voller Erfolg werden und Du selbstverständlich immer einen ersten guten Eindruck machst.

 

Bleib gesund!

 

Herzliche Grüße Nadja

 

 

 


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